Epidural im Befund: Was steckt dahinter?

Epidural im Befund: Was steckt dahinter?

05.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Epidural beschreibt in der Medizin einen Bereich oder Vorgang, der sich im sogenannten Epiduralraum abspielt, das ist der Raum zwischen der harten Hirnhaut und der knöchernen Wand des Wirbelkanals.

Wo liegt der Epiduralraum?

Der Epiduralraum befindet sich im Inneren der Wirbelsäule. Dort verlaufen die Nerven, die das Rückenmark mit dem Rest des Körpers verbinden. Die harte Hirnhaut, auch Dura mater genannt, schützt das Rückenmark wie eine Hülle. Direkt außerhalb dieser Schutzhülle liegt der Epiduralraum. In ihm befinden sich feine Blutgefäße, Fettgewebe und Bindegewebe. Der Name setzt sich aus den lateinischen Begriffen „epi“ (auf, über) und „dura“ (harte Haut) zusammen. Gemeint ist also der Raum, der „über“ der Dura mater liegt.

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Wofür ist der Epiduralraum medizinisch wichtig?

Besonders bekannt ist der Begriff im Zusammenhang mit der sogenannten Epiduralanästhesie. Dabei wird ein örtliches Betäubungsmittel gezielt in den Epiduralraum gespritzt. Das Ziel ist, die Weiterleitung von Schmerzsignalen aus bestimmten Körperregionen zu unterdrücken. Diese Methode kommt zum Beispiel bei Operationen im Unterleib, während der Geburt oder bei bestimmten chronischen Schmerzen zum Einsatz. Umgangssprachlich wird oft von einer „PDA“ gesprochen, das steht für Periduralanästhesie, ein anderer Ausdruck für dasselbe Verfahren.

Was passiert bei einer Epiduralanästhesie?

Bei der Epiduralanästhesie führt die Ärztin oder der Arzt eine feine Nadel zwischen zwei Wirbelkörpern in den Epiduralraum ein. Dort wird das Betäubungsmittel langsam eingespritzt. Manchmal bleibt ein dünner Katheter liegen, über den das Mittel nachdosiert werden kann. Das Betäubungsmittel blockiert die Nervenfasern, die für die Schmerzweiterleitung zuständig sind. So spürt man im betroffenen Bereich weniger oder gar keinen Schmerz, bleibt aber meist bei vollem Bewusstsein. Die Bewegungsfähigkeit kann je nach Dosierung eingeschränkt sein, muss aber nicht.

Diese Methode gilt als bewährt und wird seit Jahrzehnten angewendet. Besonders bei Geburten oder größeren Operationen im Beckenbereich ist sie eine der wichtigsten Formen der Schmerzausschaltung.

Gibt es noch andere Bedeutungen von Epidural?

In seltenen Fällen taucht der Begriff auch in anderen Zusammenhängen auf, zum Beispiel bei einem Epiduralhämatom. Das ist eine Blutansammlung im Epiduralraum, meist nach einer Kopfverletzung. Hierbei handelt es sich aber um einen Notfall, der nichts mit der Betäubung zu tun hat, sondern mit einer akuten Blutung.

Grundsätzlich beschreibt „epidural“ immer eine Lage oder einen Vorgang im Epiduralraum. Der genaue Zusammenhang ergibt sich aus dem restlichen Text des Arztbriefs oder Befunds.

Was bedeutet Epidural im Arztbrief?

Wenn im Arztbrief oder Befund das Wort Epidural auftaucht, geht es meistens um die Schilderung einer Lagebeschreibung („epidural liegend“), eine geplante oder durchgeführte Betäubung („Epiduralanästhesie“ oder „PDA“) oder um eine seltene Komplikation wie ein Hämatom. Der Begriff selbst ist neutral und beschreibt lediglich einen bestimmten Raum oder Vorgang.

Kurz zusammengefasst

Epidural bedeutet, dass sich etwas im Raum zwischen harter Hirnhaut und Wirbelkanal abspielt. Am häufigsten begegnet man dem Begriff bei der Epiduralanästhesie, einer bewährten Methode zur Schmerzausschaltung etwa während der Geburt oder bei Operationen. Der Begriff selbst ist rein anatomisch und beschreibt eine Lage im Körper. Ob es sich um eine Betäubung, eine Lagebeschreibung oder eine seltene Komplikation handelt, ergibt sich immer aus dem Zusammenhang des Arztbriefs oder Befunds.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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