Entzündungszeichen und ihre Bedeutung

Entzündungszeichen und ihre Bedeutung

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Entzündungszeichen sind typische Veränderungen im Körper, die darauf hinweisen, dass eine Entzündung vorliegt. Sie entstehen als Reaktion des Immunsystems auf schädliche Reize wie Bakterien, Viren, Verletzungen oder andere Auslöser.

Was steckt hinter dem Begriff?

Im medizinischen Alltag taucht der Ausdruck häufig in Befunden, Arztbriefen oder Laborberichten auf. Gemeint sind damit bestimmte Merkmale, die Ärztinnen und Ärzte erkennen können, wenn im Körper eine Entzündung abläuft. Diese Zeichen sind schon seit der Antike bekannt und werden oft als „klassische Entzündungszeichen“ bezeichnet. Sie geben wichtige Hinweise darauf, dass das Immunsystem aktiv ist und gegen einen Auslöser kämpft.

Die fünf klassischen Merkmale

Die klassischen Entzündungszeichen sind Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz und eingeschränkte Funktion. Jeder dieser Begriffe beschreibt ein typisches Symptom, das bei einer Entzündung auftreten kann. Rötung entsteht, weil mehr Blut in das betroffene Gewebe fließt. Überwärmung spürt man, weil die Durchblutung steigt. Schwellung bildet sich, wenn Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe austritt. Schmerzen entstehen durch die Freisetzung bestimmter Botenstoffe und durch Druck auf Nervenenden. Schließlich kann die Funktion des betroffenen Körperteils eingeschränkt sein, zum Beispiel wenn ein Gelenk nicht mehr richtig bewegt werden kann.

Nicht immer müssen alle diese Zeichen gleichzeitig auftreten. Je nach Art und Ort der Entzündung können einzelne Merkmale im Vordergrund stehen oder sogar fehlen. Bei einer Mandelentzündung sind zum Beispiel Rötung, Schwellung und Schmerzen im Hals typisch, während bei einer Blinddarmentzündung eher Schmerzen und Funktionsverlust auffallen.

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Wie erkennt man Entzündungszeichen?

Viele dieser Symptome sind mit bloßem Auge oder durch Tasten zu erkennen. Ein geschwollenes, gerötetes Knie nach einer Verletzung fällt sofort auf. Auch Wärme und Schmerzen lassen sich meist schnell bemerken. In anderen Fällen, etwa bei inneren Organen, sind die Zeichen nicht direkt sichtbar. Dann helfen Laboruntersuchungen weiter. Erhöhte Werte wie das C-reaktive Protein (CRP), die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) oder eine vermehrte Zahl weißer Blutkörperchen im Blut gelten als sogenannte „Laborentzündungszeichen“.

Nicht jede Veränderung im Blut bedeutet gleich eine schwere Erkrankung. Viele Infekte, wie eine Erkältung, führen zu leichten Erhöhungen dieser Werte, ohne dass eine Gefahr besteht. Entscheidend ist immer der Zusammenhang mit weiteren Beschwerden und dem allgemeinen Befinden.

Wann werden Entzündungszeichen zum Problem?

Entzündungen sind grundsätzlich eine Schutzreaktion des Körpers. Sie helfen, Krankheitserreger zu bekämpfen und beschädigtes Gewebe zu reparieren. In den meisten Fällen klingen die Symptome nach einiger Zeit wieder ab, sobald der Auslöser beseitigt ist. Manchmal kann eine Entzündung jedoch chronisch werden oder sehr heftig verlaufen. Dann besteht die Gefahr, dass das eigene Gewebe geschädigt wird oder Komplikationen auftreten.

Wer plötzlich starke Schmerzen, Fieber, eine ausgeprägte Schwellung oder eine deutliche Funktionseinschränkung bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen. Auch wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser werden oder sich verschlimmern, ist eine Abklärung sinnvoll. Besonders bei bestehenden Grunderkrankungen wie Diabetes oder bei geschwächtem Immunsystem kann eine Entzündung schwerer verlaufen.

Was kann man selbst tun?

Bei leichten Entzündungen, etwa einem verstauchten Knöchel oder einer kleinen Hautwunde, helfen oft einfache Maßnahmen. Kühlen, Hochlagern und Schonung lindern die Symptome. Bei Schmerzen können frei verkäufliche Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden, sofern keine Gegenanzeigen bestehen. Auf eine gute Wundhygiene achten, damit sich keine Bakterien ausbreiten.

Bei wiederkehrenden oder unklaren Beschwerden sollte jedoch immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Das gilt besonders bei Anzeichen wie hohem Fieber, starker Schwellung, Eiterbildung oder anhaltenden Schmerzen. Nur so lässt sich feststellen, ob eine spezielle Behandlung nötig ist.

Mehr zum Thema

Manchmal taucht im Befund auch der Ausdruck „entzündliche Veränderungen“ auf. Was genau damit gemeint ist, welche Ursachen dahinterstecken und wie sie abgeklärt werden, erfährst du ausführlich im Artikel entzündliche Veränderungen.

Entzündungszeichen sind wichtige Hinweise des Körpers und helfen, Erkrankungen früh zu erkennen. Sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet – und geben so wertvolle Anhaltspunkte für die richtige Diagnose und Behandlung.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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