Dysurie – Wenn Wasserlassen schmerzt

Dysurie – Wenn Wasserlassen schmerzt

05.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Dysurie bedeutet, dass das Wasserlassen schmerzhaft oder unangenehm ist. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und wird in Arztbriefen oder Befunden verwendet, wenn jemand beim Wasserlassen Brennen, Stechen oder andere Beschwerden verspürt.

Wenn das Wasserlassen weh tut

Viele Menschen kennen das: Plötzlich brennt es beim Toilettengang, manchmal fühlt sich die Blase nicht richtig entleert an oder es treten krampfartige Schmerzen im Unterbauch auf. Genau solche Beschwerden werden medizinisch als Dysurie zusammengefasst. Die Beschwerden können unterschiedlich stark sein. Mal ist es nur ein leichtes Ziehen, manchmal ein deutliches Brennen, das den Alltag spürbar beeinträchtigt.

Dysurie ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Das heißt, sie weist darauf hin, dass im Bereich der Harnwege etwas nicht stimmt. Häufig steckt eine Infektion dahinter, etwa eine Blasenentzündung. Aber auch andere Ursachen wie Harnsteine, Reizungen durch bestimmte Pflegeprodukte oder sehr selten Tumore können der Grund sein.

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Typische Auslöser und mögliche Ursachen

Die häufigste Ursache für Schmerzen beim Wasserlassen ist eine Harnwegsinfektion. Besonders Frauen sind davon betroffen, weil die Harnröhre kürzer ist und Keime leichter in die Blase gelangen. Auch Männer können eine Dysurie entwickeln, etwa bei Entzündungen der Prostata oder Harnröhre.

Neben Infektionen kommen auch andere Auslöser infrage. Harnsteine können die Harnwege reizen und Schmerzen verursachen. Bei einigen Menschen führen bestimmte Medikamente oder Hygieneartikel zu einer Reizung der Schleimhäute. Manchmal steckt auch eine sogenannte Reizblase dahinter, bei der die Blase überempfindlich reagiert, ohne dass eine Infektion nachweisbar ist.

In seltenen Fällen kann eine Dysurie auf eine ernstere Erkrankung wie einen Tumor im Bereich der Blase oder Prostata hinweisen. Das ist jedoch eher bei älteren Menschen oder bei zusätzlichen Beschwerden wie Blut im Urin zu bedenken.

Wie wird Dysurie festgestellt?

Die Diagnose beginnt meist mit einem Gespräch über die Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Ärztinnen und Ärzte fragen nach, wann die Schmerzen auftreten, ob der Urin verändert aussieht oder ob weitere Beschwerden wie Fieber, häufiger Harndrang oder Flankenschmerzen bestehen.

Oft folgt eine Urinuntersuchung. Dabei wird geprüft, ob Bakterien, weiße Blutkörperchen oder Blut im Urin nachweisbar sind. Je nach Ergebnis können weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall der Blase oder Harnwege nötig sein. Bei Männern wird manchmal auch die Prostata abgetastet. In bestimmten Fällen, etwa bei wiederkehrenden Beschwerden oder auffälligen Befunden, kann eine Blasenspiegelung sinnvoll sein.

Mehr zum Thema Wasserlassen und wie der normale Ablauf aussieht, findest du im Artikel zur Miktion Bedeutung.

Ist Dysurie gefährlich?

Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn das Wasserlassen plötzlich schmerzt. In den meisten Fällen steckt jedoch eine harmlose Ursache wie eine Blasenentzündung dahinter, die gut behandelbar ist. Wichtig ist, auf Warnzeichen zu achten. Kommt Fieber dazu, treten Schmerzen im Rücken oder in den Flanken auf oder ist Blut im Urin sichtbar, sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden. Gerade bei Männern, Schwangeren, Kindern oder älteren Menschen ist bei Dysurie besondere Aufmerksamkeit geboten, da Komplikationen häufiger auftreten können.

Werden die Beschwerden länger nicht besser, sollte das abgeklärt werden. In seltenen Fällen kann eine unbehandelte Infektion auf die Nieren übergreifen oder andere Komplikationen nach sich ziehen.

Was hilft bei Schmerzen beim Wasserlassen?

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. Liegt eine bakterielle Infektion vor, kommen meist Antibiotika zum Einsatz. Bei leichten Beschwerden oder einer Reizblase helfen manchmal pflanzliche Präparate, Wärme und viel Flüssigkeit. Auch das Vermeiden von reizenden Seifen oder Intimsprays kann sinnvoll sein.

Wer zu wiederkehrenden Harnwegsinfekten neigt, kann durch einfache Maßnahmen vorbeugen: Ausreichend trinken, nach dem Toilettengang von vorne nach hinten wischen und die Blase regelmäßig entleeren. Baumwollunterwäsche und das Vermeiden von Unterkühlung unterstützen zusätzlich.

Sollte sich die Dysurie trotz Behandlung nicht bessern oder treten neue, ungewöhnliche Beschwerden auf, empfiehlt sich eine erneute ärztliche Abklärung.

Praktische Tipps für den Alltag

Viel trinken hilft, die Harnwege zu spülen und Keime auszuschwemmen. Bei ersten Anzeichen von Brennen kann Wärme, etwa durch eine Wärmflasche, Entspannung bringen. Auf aggressive Intimpflegeprodukte lieber verzichten, da sie die Schleimhäute reizen können. Nach dem Geschlechtsverkehr ist es ratsam, zeitnah die Blase zu entleeren, um das Risiko einer Infektion zu senken.

Wer regelmäßig Probleme mit Schmerzen beim Wasserlassen hat, sollte ein Tagebuch über die Beschwerden führen. Das kann helfen, Auslöser zu erkennen und dem Arzt oder der Ärztin die Diagnose zu erleichtern.

Die meisten Fälle von Dysurie lassen sich mit einfachen Mitteln und gezielter Behandlung gut in den Griff bekommen. Bei Unsicherheit oder anhaltenden Beschwerden immer ärztlichen Rat suchen, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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