Eine Duokopfprothese ist eine spezielle Form des künstlichen Hüftgelenks, die häufig bei älteren Menschen nach einem Oberschenkelhalsbruch eingesetzt wird. Sie besteht aus einem metallischen Schaft, der in den Oberschenkelknochen eingebracht wird, und einem zweiteiligen Kugelkopf, der sich in der natürlichen Hüftpfanne bewegt.
Aufbau und Funktion
Bei der Duokopfprothese handelt es sich um eine sogenannte Teilprothese für das Hüftgelenk. Im Unterschied zum vollständigen künstlichen Hüftgelenk, bei dem sowohl die Hüftpfanne als auch der Oberschenkelkopf ersetzt werden, bleibt bei der Duokopfprothese die körpereigene Hüftpfanne erhalten. Nur der beschädigte Oberschenkelkopf wird durch einen Metallkopf ersetzt. Das Besondere ist der zweiteilige Aufbau des Prothesenkopfes: Er besteht aus einer inneren Kugel, die auf dem Prothesenschaft sitzt, und einer äußeren Hülle, die sich zusätzlich in der natürlichen Hüftpfanne bewegen kann. Dadurch entsteht eine doppelte Beweglichkeit, die den Verschleiß im Gelenk reduzieren und die Bewegungsfreiheit verbessern soll.
Wann kommt eine Duokopfprothese zum Einsatz?
Diese Prothese wird vor allem bei älteren Menschen verwendet, die einen Bruch des Oberschenkelhalses erlitten haben. In solchen Fällen ist das Gewebe rund um das Gelenk oft noch intakt, sodass die natürliche Hüftpfanne erhalten werden kann. Die Operation ist in der Regel weniger aufwendig und belastend als der vollständige Austausch des gesamten Hüftgelenks. Auch bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Begleiterkrankungen, bei denen eine größere Operation zu riskant wäre, ist die Duokopfprothese eine bewährte Option.
Ablauf der Operation und Nachbehandlung
Die Implantation erfolgt meist in Vollnarkose oder mit einer Teilbetäubung. Nach einem Hautschnitt wird der beschädigte Oberschenkelkopf entfernt und der Metallschaft der Prothese in den Oberschenkelknochen eingesetzt. Anschließend wird der Duokopf aufgesetzt und das Gelenk wieder zusammengesetzt. Die körpereigene Hüftpfanne bleibt dabei unverändert.
Schon kurz nach dem Eingriff beginnt die Mobilisation. Oft ist es möglich, noch am selben oder nächsten Tag mit Unterstützung wieder aufzustehen und zu gehen. Eine gezielte Physiotherapie hilft dabei, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu fördern. Nach einigen Wochen wird in vielen Fällen wieder eine normale Belastung des Beins erreicht.
Vorteile und mögliche Einschränkungen
Ein Vorteil der Duokopfprothese liegt in der vergleichsweise schonenden Operation und der schnellen Erholungsphase. Die natürliche Hüftpfanne bleibt erhalten, was das Risiko bestimmter Komplikationen senkt. Zudem ist die Beweglichkeit oft ausreichend für den Alltag, insbesondere bei Menschen, die keine hohen sportlichen Anforderungen an das Gelenk stellen.
Allerdings gibt es auch Grenzen: Die Prothese ist in erster Linie für Patientinnen und Patienten gedacht, bei denen die Hüftpfanne noch gesund ist und keine Arthrose vorliegt. Bei jüngeren Menschen oder bei bereits vorgeschädigter Hüftpfanne wird meist ein vollständiger Gelenkersatz empfohlen. Auch kann es im Laufe der Jahre zu Lockerungen oder Verschleißerscheinungen kommen, sodass ein späterer Wechsel auf eine Totalendoprothese notwendig werden kann.
Häufige Fragen und Sorgen
Viele fragen sich, wie lange eine Duokopfprothese hält. Durchschnittlich funktioniert sie über viele Jahre zuverlässig, wobei die Haltbarkeit auch von der individuellen Belastung und vom allgemeinen Gesundheitszustand abhängt. Die meisten Menschen können nach der Operation wieder schmerzfrei gehen, Treppen steigen und alltägliche Aktivitäten ausführen.
Ein weiteres Thema ist die Angst vor Komplikationen wie Infektionen, Verrenkungen oder Lockerungen. Moderne Operationsmethoden und eine sorgfältige Nachsorge haben das Risiko deutlich gesenkt. Dennoch ist es wichtig, auf Anzeichen wie plötzliche Schmerzen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen zu achten und im Zweifel ärztlichen Rat einzuholen.
Was kann man selbst tun?
Nach dem Einsetzen einer Duokopfprothese ist es sinnvoll, aktiv an der Rehabilitation mitzuwirken. Regelmäßige Physiotherapie, gezielte Übungen und das Vermeiden von riskanten Bewegungen helfen, das neue Gelenk zu schützen und die Muskulatur zu stärken. Übergewicht sollte vermieden werden, da es die Prothese zusätzlich belastet. Auch das Tragen von festen Schuhen und das Anpassen der Wohnumgebung, etwa durch Haltegriffe im Bad oder das Entfernen von Stolperfallen, kann das Risiko von Stürzen und Verletzungen verringern.
Wer Fragen oder Unsicherheiten im Umgang mit der Prothese hat, sollte diese offen mit dem behandelnden Team besprechen. In der Regel gibt es auch Informationsmaterialien und spezielle Reha-Programme, die den Wiedereinstieg ins alltägliche Leben erleichtern.