Dosislängenprodukt: Wie viel Strahlung wirkt?

Dosislängenprodukt: Wie viel Strahlung wirkt?

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Das Dosislängenprodukt ist eine Maßeinheit, die in der Radiologie verwendet wird, um die Strahlenbelastung bei bestimmten bildgebenden Untersuchungen wie der Computertomografie (CT) zu beschreiben. Es gibt an, wie viel Strahlung über eine bestimmte Länge des Körpers während einer Untersuchung insgesamt abgegeben wurde.

Was steckt hinter dem Begriff?

In medizinischen Befunden und Arztbriefen taucht das Dosislängenprodukt häufig unter der Abkürzung DLP auf. Die Angabe erfolgt meist in der Einheit Milligray Zentimeter, abgekürzt mGy cm. Das bedeutet: Es wird nicht nur gemessen, wie hoch die Strahlendosis an einem bestimmten Punkt ist, sondern auch, über welche Strecke im Körper diese Dosis wirkt. So ergibt sich ein Wert, der die gesamte Strahlenexposition während einer Untersuchung besser abbildet als einzelne Momentaufnahmen.

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Warum ist das Dosislängenprodukt wichtig?

Gerade bei CT Untersuchungen ist die Strahlenmenge ein zentraler Aspekt. Das Dosislängenprodukt hilft dabei, die Strahlenbelastung für die untersuchte Person einzuschätzen. Je höher der DLP Wert, desto mehr Strahlung wurde insgesamt aufgenommen. Das ist vor allem dann relevant, wenn mehrere Untersuchungen im Laufe der Zeit stattfinden oder wenn besonders empfindliche Körperregionen untersucht werden.

Für medizinisches Fachpersonal ist das Dosislängenprodukt eine wichtige Kennzahl, um die Untersuchung so sicher wie möglich zu gestalten. Es unterstützt auch dabei, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten und unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden.

Wie wird das Dosislängenprodukt berechnet?

Das Dosislängenprodukt ergibt sich aus zwei Faktoren: der Dosis, die an einer bestimmten Stelle im Körper abgegeben wird (das ist die sogenannte CT Dosisindex, CTDI), und der Länge des untersuchten Körperabschnitts. Beide Werte werden miteinander multipliziert. Das Ergebnis ist das Dosislängenprodukt, das dann im Befund angegeben wird.

Ein Beispiel: Wird bei einer CT Untersuchung des Bauches eine mittlere Dosis von 10 Milligray gemessen und der untersuchte Bereich ist 40 Zentimeter lang, ergibt sich ein Dosislängenprodukt von 400 mGy cm.

Was bedeutet das für die eigene Gesundheit?

Viele Menschen fragen sich, ob ein hoher DLP Wert gefährlich ist. Grundsätzlich gilt: Die Strahlenbelastung bei einer einzelnen CT Untersuchung ist meist deutlich niedriger als die Dosis, die zu gesundheitlichen Schäden führen könnte. Moderne Geräte und strenge Vorschriften sorgen dafür, dass nur so viel Strahlung eingesetzt wird, wie für eine aussagekräftige Diagnose nötig ist.

Das Dosislängenprodukt allein sagt jedoch nichts darüber aus, wie hoch das tatsächliche Risiko für Spätfolgen wie Krebserkrankungen ist. Dafür spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel das Alter, die untersuchte Körperregion und die individuelle Empfindlichkeit.

Wann ist ein hoher DLP Wert relevant?

Ein einzelner CT Scan führt in der Regel zu keiner bedenklichen Strahlenbelastung. Erst wenn sehr viele Untersuchungen in kurzer Zeit stattfinden oder besonders strahlenempfindliche Bereiche wie das Becken oder der Brustkorb untersucht werden, kann die Strahlenmenge eine größere Rolle spielen. Kinder sind dabei empfindlicher als Erwachsene, weshalb bei ihnen besonders auf niedrige Dosiswerte geachtet wird.

Im Arztbrief oder Befund dient das Dosislängenprodukt vor allem der Dokumentation und der Qualitätssicherung. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Strahlenmenge kontrolliert und nachvollziehbar ist.

Was tun, wenn Unsicherheit besteht?

Wer unsicher ist, was der angegebene DLP Wert im eigenen Befund bedeutet, kann gezielt beim medizinischen Personal nachfragen. Oft hilft es, sich erklären zu lassen, warum die Untersuchung notwendig war und wie die Strahlenbelastung im Verhältnis zum Nutzen steht. In den meisten Fällen überwiegt der diagnostische Gewinn das potenzielle Risiko bei weitem.

Im Alltag gibt es keine Möglichkeit, das Dosislängenprodukt selbst zu beeinflussen. Die Entscheidung, welche Untersuchung notwendig ist und wie viel Strahlung dabei verwendet wird, liegt immer beim behandelnden Team. Wichtig ist, dass alle Fragen offen angesprochen werden können.

Zusammengefasst

Das Dosislängenprodukt ist ein Maß für die gesamte Strahlenmenge, die bei einer Untersuchung wie der Computertomografie auf den Körper einwirkt. Es hilft, die Strahlenbelastung zu dokumentieren und zu kontrollieren. Für medizinische Laien ist der Wert vor allem ein Hinweis darauf, dass auf Strahlenschutz geachtet wird. Bei Unsicherheiten lohnt sich immer das Gespräch mit dem Fachpersonal, um die Bedeutung des eigenen Befundes besser einschätzen zu können.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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