Digitale Subtraktionsangiographie – Einblick ins Gefäßsystem

Digitale Subtraktionsangiographie – Einblick ins Gefäßsystem

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Digitale Subtraktionsangiographie ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem die Blutgefäße im Körper besonders genau dargestellt werden können. Dabei werden mithilfe von Röntgenstrahlen und einem Kontrastmittel feine Gefäßstrukturen sichtbar gemacht, indem störende Überlagerungen von Knochen oder Gewebe digital entfernt werden.

Wie funktioniert diese Untersuchung?

Bei einer digitalen Subtraktionsangiographie, auch DSA genannt, werden zunächst zwei Röntgenbilder aufgenommen: eines, bevor das Kontrastmittel gespritzt wird, und eines danach. Das erste Bild zeigt den normalen Zustand, das zweite die mit Kontrastmittel gefüllten Gefäße. Anschließend zieht ein Computer das erste Bild vom zweiten ab. So bleiben auf dem Endbild nur die Blutgefäße übrig, während Knochen und andere Strukturen ausgeblendet werden. Dadurch lassen sich selbst kleinste Veränderungen oder Engstellen in den Gefäßen erkennen, die sonst leicht übersehen würden.

Das Kontrastmittel wird meist über einen dünnen Katheter direkt in die zu untersuchende Arterie oder Vene gespritzt. Typische Einsatzgebiete sind die Untersuchung der Hirngefäße, der Herzkranzgefäße oder der Gefäße in Armen und Beinen. Die Untersuchung erfolgt in einem speziellen Raum, der sogenannten Angiographie Suite.

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Wann wird eine digitale Subtraktionsangiographie eingesetzt?

Diese Methode kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein besonders exaktes Bild der Blutgefäße benötigt wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Verdacht auf eine Gefäßverengung, ein Aneurysma (eine Gefäßaussackung), eine Gefäßmissbildung oder einen Gefäßverschluss besteht. Auch zur Vorbereitung oder Kontrolle nach bestimmten Eingriffen, etwa bei der Behandlung von Gefäßverschlüssen, kann die digitale Subtraktionsangiographie sehr hilfreich sein.

Im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren wie dem Ultraschall oder der Computertomographie bietet die DSA eine besonders hohe Detailgenauigkeit. Vor allem in schwierigen Fällen, etwa bei unklaren Durchblutungsstörungen oder zur Planung von Operationen, liefert sie entscheidende Informationen.

Mehr zum Thema findest du auch im Artikel zur Angiographie.

Was passiert bei der Untersuchung?

Vor Beginn wird meist ein Zugang gelegt, über den das Kontrastmittel in das Gefäßsystem eingebracht werden kann. Häufig erfolgt der Zugang über die Leiste oder den Arm. Während der Untersuchung liegt man ruhig auf einer Liege. Das Kontrastmittel kann für kurze Zeit ein Wärmegefühl oder ein leichtes Kribbeln verursachen, was aber in der Regel harmlos ist.

Die gesamte Untersuchung dauert meist zwischen 30 Minuten und einer Stunde, je nachdem, wie viele Gefäßabschnitte untersucht werden müssen. Nach Abschluss wird der Zugang entfernt und die Einstichstelle kurz überwacht, um Nachblutungen zu verhindern.

Was sind die Vorteile der digitalen Subtraktionsangiographie?

Ein großer Vorteil ist die sehr präzise Darstellung der Gefäße, selbst bei schwierigen anatomischen Verhältnissen. Durch das digitale Herausrechnen von Knochen und Gewebe lassen sich auch kleine Gefäßveränderungen erkennen. Das Verfahren hilft, gezielt zu entscheiden, ob und welche Behandlung notwendig ist. Außerdem kann im Rahmen der Untersuchung oft direkt eine Therapie durchgeführt werden, zum Beispiel das Aufweiten eines verengten Gefäßes oder das Einsetzen eines Stents.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Wie bei jeder Untersuchung mit Röntgenstrahlen und Kontrastmittel gibt es auch bei der digitalen Subtraktionsangiographie gewisse Risiken. Das Kontrastmittel kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen auslösen. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bestimmten Vorerkrankungen sollten vorab mit ihrem Arzt klären, ob das Verfahren für sie geeignet ist. An der Punktionsstelle kann es gelegentlich zu kleinen Blutergüssen kommen. Sehr selten sind schwerwiegende Komplikationen wie Gefäßverletzungen oder Infektionen.

Insgesamt gilt die digitale Subtraktionsangiographie aber als sicheres und bewährtes Verfahren, das in spezialisierten Zentren routinemäßig durchgeführt wird.

Was passiert nach der Untersuchung?

Nach der Untersuchung wird die Einstichstelle noch für einige Zeit kontrolliert, um Nachblutungen zu vermeiden. Oft ist es ratsam, sich für ein paar Stunden zu schonen und viel zu trinken, damit das Kontrastmittel schnell wieder ausgeschieden wird. In den meisten Fällen kann man am selben Tag wieder nach Hause gehen, sofern keine weiteren Eingriffe geplant sind.

Was ist der Unterschied zu anderen Angiographien?

Im Gegensatz zur klassischen Angiographie, bei der die Bilder direkt auf Röntgenfilm aufgenommen werden, nutzt die digitale Subtraktionsangiographie moderne Computertechnik. Dadurch können die Aufnahmen sofort verarbeitet und ausgewertet werden. Die Bildqualität ist deutlich besser, und die Strahlenbelastung fällt meist geringer aus. Außerdem lassen sich mit der DSA auch bewegte Bilder in Echtzeit darstellen, was vor allem bei Eingriffen von Vorteil ist.

Weitere Informationen zur allgemeinen Angiographie findest du im entsprechenden Artikel.

Wann ist eine andere Untersuchung sinnvoll?

In manchen Fällen reicht eine weniger aufwendige Untersuchung aus, zum Beispiel ein Gefäßultraschall oder eine Computertomographie mit Kontrastmittel. Die Wahl des Verfahrens hängt davon ab, welche Fragestellung im Vordergrund steht und wie gut die Gefäße auf anderen Bildern zu erkennen sind. Die digitale Subtraktionsangiographie bleibt vor allem dann wichtig, wenn es auf höchste Genauigkeit ankommt oder wenn gleichzeitig eine Behandlung geplant ist.

Was sollte vor der Untersuchung beachtet werden?

Vor der DSA wird meist nach Allergien, Nierenerkrankungen und der aktuellen Medikation gefragt. Bestimmte Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, müssen eventuell vorübergehend abgesetzt werden. Es ist sinnvoll, vorher ausreichend zu trinken, um die Nieren zu entlasten. Wer Fragen oder Sorgen hat, sollte diese vorab ansprechen und sich die Untersuchung genau erklären lassen.

Die digitale Subtraktionsangiographie ist ein wichtiger Baustein der modernen Gefäßdiagnostik. Sie ermöglicht eine exakte und sichere Beurteilung von Gefäßerkrankungen und ist aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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