Eine Diffusionsstörung bezeichnet eine Einschränkung des Sauerstoffaustauschs zwischen den Lungenbläschen und dem Blut in der Lunge.
Wie funktioniert der Sauerstoffaustausch in der Lunge?
Damit der Körper mit Sauerstoff versorgt wird, gelangt die eingeatmete Luft bis in die kleinsten Verästelungen der Lunge, die sogenannten Alveolen. Diese winzigen Bläschen sind von feinen Blutgefäßen umgeben. Hier findet der eigentliche Gasaustausch statt: Sauerstoff wandert aus der Luft durch die dünne Wand der Alveolen ins Blut, während Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge abgegeben und ausgeatmet wird. Dieser Vorgang beruht auf einem natürlichen Prinzip, das als Diffusion bezeichnet wird. Die Gase bewegen sich dabei von einem Bereich mit hoher Konzentration zu einem Bereich mit niedriger Konzentration, bis ein Ausgleich erreicht ist.
Was bedeutet eine Diffusionsstörung konkret?
Bei einer Diffusionsstörung ist dieser Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid erschwert. Das bedeutet, dass weniger Sauerstoff ins Blut gelangt, obwohl ausreichend Luft eingeatmet wird. Die Ursache liegt meist darin, dass die dünne Trennschicht zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen verdickt oder beschädigt ist. Manchmal kann auch Flüssigkeit oder Narbengewebe diese Schicht verändern. In der Folge sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, was sich auf den gesamten Körper auswirkt.
Wie macht sich eine Diffusionsstörung bemerkbar?
Eine eingeschränkte Sauerstoffaufnahme bleibt anfangs oft unbemerkt. Typisch ist, dass Beschwerden vor allem bei körperlicher Belastung auftreten. Das kann sich durch Luftnot, schnelle Erschöpfung, Kurzatmigkeit oder ein Engegefühl in der Brust zeigen. Im weiteren Verlauf können auch in Ruhe Symptome wie Atemnot, Müdigkeit oder Kopfschmerzen hinzukommen. Wird zu wenig Sauerstoff transportiert, können außerdem die Lippen oder Fingerspitzen bläulich verfärbt erscheinen.
Welche Ursachen gibt es?
Verschiedene Erkrankungen können eine Diffusionsstörung auslösen. Häufig sind chronische Lungenkrankheiten wie Lungenfibrose, bei der sich Narbengewebe in der Lunge bildet, oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) verantwortlich. Auch eine Lungenentzündung, Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem) oder Schäden nach einer schweren Infektion kommen infrage. In seltenen Fällen kann eine Diffusionsstörung auch durch Umwelteinflüsse wie Schadstoffe oder durch bestimmte Medikamente entstehen.
Wie wird eine Diffusionsstörung festgestellt?
Um eine Diffusionsstörung zu erkennen, werden spezielle Untersuchungen durchgeführt. Besonders aussagekräftig ist die sogenannte Diffusionskapazitätsmessung. Dabei wird gemessen, wie gut ein Testgas (meist Kohlenmonoxid in sehr geringer, ungefährlicher Menge) aus der Lunge ins Blut übertritt. Zusätzlich kommen häufig Lungenfunktionstests, Blutgasanalysen oder bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie zum Einsatz. So lässt sich feststellen, wie schwer die Störung ausgeprägt ist und welche Ursache dahintersteckt.
Ist eine Diffusionsstörung gefährlich?
Ob eine Diffusionsstörung bedrohlich ist, hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. Bei leichten Formen kann der Körper den Sauerstoffmangel ausgleichen, vor allem in Ruhe. Wird die Störung stärker, kann es jedoch zu ernsten Problemen kommen, insbesondere bei Belastung oder wenn andere Erkrankungen hinzukommen. Ein dauerhaft niedriger Sauerstoffgehalt im Blut belastet das Herz und andere Organe. Deshalb ist es wichtig, die Ursache zu klären und gezielt zu behandeln.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Ziel ist, den Sauerstoffaustausch in der Lunge zu verbessern und die Symptome zu lindern. Das kann bedeuten, eine Entzündung zu behandeln, Wassereinlagerungen zu reduzieren oder bei chronischen Erkrankungen Medikamente einzusetzen, die die Lunge entlasten. Bei ausgeprägtem Sauerstoffmangel kann eine zusätzliche Sauerstoffgabe notwendig werden. In manchen Fällen helfen Rehabilitationsmaßnahmen, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die Lebensqualität zu verbessern.
Was kannst du selbst tun?
Wer von einer Diffusionsstörung betroffen ist, kann durch einen gesunden Lebensstil viel zur eigenen Lungenfunktion beitragen. Wichtig sind Rauchstopp, regelmäßige Bewegung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und eine ausgewogene Ernährung. Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken schützen vor Infektionen, die die Lunge zusätzlich belasten können. Bei chronischen Erkrankungen helfen Atemübungen und gezielte Physiotherapie, die Atmung zu unterstützen. Bei Fragen zur Belastbarkeit oder zu bestimmten Aktivitäten lohnt sich immer das Gespräch mit der behandelnden Fachperson.
Häufige Sorgen und Fragen
Viele Menschen fragen sich, ob eine Diffusionsstörung dauerhaft bleibt oder sich wieder bessern kann. Das hängt stark von der Ursache ab. Manche Auslöser wie eine Lungenentzündung sind gut behandelbar, andere wie eine Lungenfibrose führen eher zu bleibenden Veränderungen. Die Angst vor dauerhafter Abhängigkeit von Sauerstoff ist verständlich, jedoch benötigen viele Betroffene diese Unterstützung nur zeitweise oder in bestimmten Situationen. Entscheidend ist eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung, um Folgeschäden zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.