Dakryozystitis: Anzeichen und Risiken im Blick

Dakryozystitis: Anzeichen und Risiken im Blick

27.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Dakryozystitis bezeichnet eine Entzündung des Tränensacks, der medizinisch als Dakryozyste bezeichnet wird. Dieser kleine Hohlraum liegt im inneren Augenwinkel, nahe der Nase, und spielt eine wichtige Rolle beim Abtransport der Tränenflüssigkeit aus dem Auge.

Wie entsteht eine Entzündung des Tränensacks?

Im Normalfall fließen die Tränen über feine Kanälchen vom Auge in den Tränensack und von dort weiter durch den sogenannten Tränennasengang in die Nase ab. Kommt es zu einer Blockade dieses Abflussweges, etwa durch Schwellungen, Infektionen oder kleine Ablagerungen, kann sich Flüssigkeit im Tränensack stauen. Das schafft einen idealen Nährboden für Bakterien. Gelangen Keime in diesen Bereich, entsteht eine Dakryozystitis.

Besonders betroffen sind häufig Säuglinge, weil bei ihnen der Tränennasengang manchmal noch nicht vollständig geöffnet ist. Auch ältere Menschen können betroffen sein, da mit zunehmendem Alter die Durchgängigkeit der ableitenden Tränenwege abnimmt.

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Woran lässt sich Dakryozystitis erkennen?

Typische Anzeichen sind eine schmerzhafte, gerötete und geschwollene Stelle am inneren Augenwinkel, oft begleitet von einer sichtbaren Vorwölbung. Beim leichten Druck auf den Bereich kann eitriges oder schleimiges Sekret austreten. Das Auge selbst tränt meist stärker als gewöhnlich, manchmal kommt es auch zu einer Bindehautentzündung.

In manchen Fällen treten zusätzlich Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auf, insbesondere wenn die Entzündung weiter fortschreitet. Gerade bei Kindern kann die Schwellung sehr ausgeprägt sein.

Ist eine Dakryozystitis gefährlich?

Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie plötzlich eine schmerzhafte Schwellung am Auge bemerken. Eine unbehandelte Dakryozystitis kann tatsächlich zu Komplikationen führen. Die Entzündung kann sich auf umliegendes Gewebe ausbreiten und im schlimmsten Fall zu einer Abszessbildung oder sogar einer schwerwiegenden Infektion führen, die auch andere Bereiche des Gesichts betrifft. Deshalb ist es wichtig, möglichst frühzeitig eine ärztliche Abklärung zu suchen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Meist reicht schon der typische Befund aus: Die Schwellung, Rötung und der Austritt von Sekret beim Druck auf den Tränensack geben deutliche Hinweise. Ärztinnen und Ärzte prüfen zusätzlich, ob der Tränennasengang durchgängig ist, oft mithilfe von speziellen Spülungen oder kleinen Sonden. In manchen Fällen wird ein Abstrich genommen, um die verursachenden Bakterien zu bestimmen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall sind selten notwendig, können aber bei unklaren oder schweren Verläufen eingesetzt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung. In den meisten Fällen kommen Antibiotika zum Einsatz, entweder als Augentropfen, Salbe oder in Tablettenform. Ist die Schwellung sehr stark oder bildet sich ein Abszess, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig werden, um das eitrige Sekret abzuleiten. Die betroffene Stelle wird dabei vorsichtig eröffnet und gereinigt.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Ursache der Abflussstörung zu beheben. Manchmal genügt es, den Tränennasengang mit einer feinen Sonde zu öffnen und durchzuspülen. Bei wiederkehrenden oder chronischen Fällen kann ein kleiner operativer Eingriff notwendig sein, um einen neuen Abflussweg zu schaffen.

Was kann selbst getan werden?

Solange keine ärztliche Anweisung vorliegt, sollte auf das Ausdrücken oder Manipulieren der Schwellung verzichtet werden, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Kühle, saubere Kompressen können die Beschwerden lindern. Wichtig ist, das Auge nicht zu reiben und auf eine gute Handhygiene zu achten.

Bei ersten Anzeichen wie einer schmerzhaften Schwellung am inneren Augenwinkel, vermehrtem Tränenfluss oder Austritt von Sekret sollte möglichst zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden. Besonders bei Kindern oder wenn Fieber hinzukommt, ist eine schnelle Abklärung ratsam.

Verlauf und Prognose

Mit einer gezielten Behandlung heilt die Dakryozystitis in den meisten Fällen gut aus. Bleibt die Ursache für die Abflussstörung jedoch bestehen, kann die Entzündung immer wieder auftreten. Daher ist es wichtig, nicht nur die akuten Beschwerden zu behandeln, sondern auch den Abfluss der Tränen langfristig sicherzustellen.

Wer bereits häufiger Probleme mit tränenden Augen oder wiederkehrenden Entzündungen im Bereich des inneren Augenwinkels hat, sollte dies beim Augenarzt ansprechen. In vielen Fällen lassen sich durch kleine Eingriffe oder gezielte Spülungen weitere Komplikationen verhindern.

Eine Dakryozystitis ist zwar unangenehm und sollte ernst genommen werden, lässt sich aber mit der richtigen Behandlung meist gut in den Griff bekommen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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