Cotrim – Einsatz, Wirkung und Risiken

Cotrim – Einsatz, Wirkung und Risiken

06.02.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Cotrim ist die Kurzform für das Antibiotikum Cotrimoxazol, ein Medikament, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt wird.

Was steckt hinter Cotrim?

Cotrim steht meist für Cotrimoxazol, ein Arzneimittel, das aus zwei Wirkstoffen besteht: Sulfamethoxazol und Trimethoprim. Beide Wirkstoffe ergänzen sich und hemmen gemeinsam das Wachstum von Bakterien, die im Körper eine Infektion verursachen. Cotrimoxazol zählt zu den sogenannten Antibiotika, also Medikamenten, die gezielt gegen Bakterien wirken. Es ist in Deutschland unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich, etwa als „Eusaprim“, „Bactrim“ oder einfach als Cotrim.

Der Begriff Cotrim taucht in Arztbriefen, Befunden oder auf Rezepten auf, wenn eine bakterielle Infektion behandelt werden soll. Das Mittel wird sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern eingesetzt, meist als Tablette oder Saft, manchmal auch als Infusion im Krankenhaus.

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Wann wird Cotrim verwendet?

Typische Einsatzgebiete von Cotrimoxazol sind Infektionen, bei denen andere Antibiotika nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel Harnwegsinfekte, also Entzündungen der Blase oder der Nieren. Auch bei bestimmten Lungenentzündungen, etwa durch das Bakterium Pneumocystis jirovecii bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, kommt das Medikament zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete sind Infektionen im Magen Darm Bereich, an den Atemwegen oder der Haut, wenn andere Therapien nicht möglich oder nicht wirksam sind.

In den meisten Fällen verschreibt die Ärztin oder der Arzt Cotrim nur dann, wenn der Verdacht auf eine bakterielle Ursache besteht und eine gezielte Behandlung notwendig ist. Bei Virusinfektionen wie Erkältungen oder Grippe hilft Cotrim nicht.

Mehr zum Thema Antibiotika und wie sie wirken, findest du im Artikel über Antibiose.

Wie funktioniert Cotrim im Körper?

Cotrimoxazol wirkt, indem es das Wachstum von Bakterien auf zwei verschiedene Arten blockiert. Sulfamethoxazol und Trimethoprim greifen an verschiedenen Stellen in der Herstellung von Folsäure bei Bakterien ein. Ohne Folsäure können sich Bakterien nicht vermehren und sterben ab. Für den Menschen ist dieser Mechanismus ungefährlich, weil der Körper Folsäure auf anderem Weg aufnimmt.

Die Kombination aus beiden Wirkstoffen macht Cotrim besonders wirksam gegen viele Bakterienarten, auch solche, die gegen andere Antibiotika unempfindlich sind.

Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?

Wie bei allen Medikamenten kann es auch bei Cotrimoxazol zu Nebenwirkungen kommen. Die häufigsten Beschwerden sind Magen Darm Probleme wie Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen. Manche Menschen reagieren mit Hautausschlag oder Juckreiz. In seltenen Fällen kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen, etwa mit Fieber, Atemnot oder Schwellungen. Auch Veränderungen im Blutbild, Leber oder Nierenfunktion sind möglich, treten aber meist nur bei längerer Anwendung oder bei bestimmten Vorerkrankungen auf.

Wichtig ist, Cotrim nur so lange und in der Dosierung zu nehmen, wie es die Ärztin oder der Arzt verordnet hat. Wer das Medikament zu früh absetzt oder eigenmächtig die Dosis verändert, riskiert, dass die Bakterien nicht vollständig abgetötet werden und die Infektion zurückkehrt.

Worauf achten bei der Einnahme?

Cotrimoxazol sollte immer mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden, am besten mit einem Glas Wasser. Während der Behandlung empfiehlt es sich, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit die Nieren gut arbeiten können. Das Medikament kann die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen. Deshalb ist es ratsam, während der Einnahme direkte Sonne zu meiden oder einen guten Sonnenschutz zu verwenden.

Wer andere Medikamente einnimmt oder an chronischen Erkrankungen leidet, sollte dies vor Beginn der Therapie mit Cotrim unbedingt mitteilen. Manche Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen.

Cotrim im Befund – was bedeutet das für dich?

Steht Cotrim oder Cotrimoxazol im Arztbrief oder auf dem Rezept, bedeutet das, dass eine bakterielle Infektion gezielt behandelt werden soll. Die Therapie ist in der Regel zeitlich begrenzt und wird meist gut vertragen. Bei Unsicherheiten oder Nebenwirkungen sollte immer Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt gehalten werden.

Cotrim ist ein bewährtes Antibiotikum, das bei verschiedenen Infektionen zum Einsatz kommt, wenn andere Mittel nicht geeignet sind oder nicht wirken. Die richtige Anwendung und ein sorgfältiger Umgang helfen, die Infektion zu heilen und das Risiko für Nebenwirkungen gering zu halten.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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