Broström Gould Prozedur – Stabilität fürs Sprunggelenk

Broström Gould Prozedur – Stabilität fürs Sprunggelenk

PD Dr. med. Witold Polanski

Die Broström Gould Prozedur ist eine operative Methode zur Stabilisierung des Sprunggelenks, die vor allem bei anhaltender Instabilität nach einem Bänderriss am Außenknöchel eingesetzt wird. Dabei werden die gerissenen oder überdehnten Außenbänder am Sprunggelenk wieder befestigt und zusätzlich durch eine spezielle Gewebeschicht verstärkt.

Wann kommt die Broström Gould Prozedur zum Einsatz?

Nach einem Umknicktrauma oder einer sogenannten Supination, also wenn der Fuß nach außen umschlägt, können die Bänder an der Außenseite des Sprunggelenks reißen. Meist heilen solche Verletzungen mit Ruhigstellung, Physiotherapie und gezielten Übungen gut aus. In manchen Fällen bleibt jedoch eine chronische Instabilität bestehen. Das bedeutet, das Sprunggelenk fühlt sich immer wieder unsicher oder „wackelig“ an, es kommt erneut zu Umknickverletzungen oder Schmerzen beim Sport und im Alltag.

Wenn konservative Maßnahmen wie gezieltes Training, Bandagen oder Schienen keine ausreichende Besserung bringen, kann eine operative Stabilisierung notwendig werden. Die Broström Gould Prozedur gilt dabei als Standardverfahren, um die natürlichen Bänder zu reparieren und die Stabilität des Sprunggelenks wiederherzustellen.

Ganzen Befund übersetzen?

Du hast einen Arztbericht oder Befund den du nicht verstehst? Dann nutze Simply Onno, um dir diesen in einfache Sprache übersetzen und erklären zu lassen.

Mehr Infos

Wie läuft der Eingriff ab?

Bei dieser Operation werden die gerissenen Außenbänder, meist das sogenannte vordere und das untere Sprunggelenksband, wieder an ihrem ursprünglichen Ansatz am Knochen befestigt. Um die Stabilität zusätzlich zu erhöhen, wird eine Gewebeschicht, das sogenannte Retinaculum, über die reparierten Bänder gelegt und mit dem Knochen vernäht. Dieses Vorgehen unterscheidet die Broström Gould Technik von der klassischen Broström Methode, bei der nur die Bänder selbst genäht werden.

Der Eingriff kann offen oder minimalinvasiv, also mit kleinen Schnitten und einer Kamera, durchgeführt werden. Meist dauert die Operation etwa eine Stunde. In der Regel erfolgt sie unter Vollnarkose oder einer Teilbetäubung des Beins.

Was bedeutet die Diagnose für den Alltag?

Nach der Broström Gould Prozedur ist zunächst eine Phase der Schonung notwendig. Das Sprunggelenk wird meist für einige Wochen mit einer speziellen Schiene ruhiggestellt. In den ersten Tagen ist das Gehen nur mit Unterarmgehstützen erlaubt, später kann das Bein langsam wieder belastet werden. Je nach Heilungsverlauf beginnt die Physiotherapie nach ein bis zwei Wochen, um Beweglichkeit und Kraft schrittweise zurückzugewinnen.

Die Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten ist frühestens nach drei bis sechs Monaten möglich, abhängig vom individuellen Heilungsverlauf. Ziel der Behandlung ist es, das Sprunggelenk wieder so stabil zu machen, dass erneute Umknickverletzungen vermieden werden und ein sicheres Gehen, Laufen und Sporttreiben wieder möglich sind.

Welche Risiken gibt es?

Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch bei der Broström Gould Prozedur gewisse Risiken. Dazu zählen Wundheilungsstörungen, Infektionen, Blutergüsse oder eine vorübergehende Schwellung des Sprunggelenks. In seltenen Fällen kann es zu Nervenreizungen oder anhaltenden Bewegungseinschränkungen kommen. Die Erfolgsrate der Operation ist jedoch hoch, und die meisten Menschen berichten nach der Heilungsphase über eine deutliche Verbesserung der Stabilität und Lebensqualität.

Häufige Fragen und Sorgen rund um die Broström Gould Prozedur

Viele fragen sich, ob ein operativer Eingriff wirklich notwendig ist. Die Entscheidung für die Broström Gould Prozedur wird immer individuell getroffen, meist erst dann, wenn alle anderen Behandlungsversuche ausgeschöpft wurden. Die Sorge vor einer langen Ausfallzeit ist verständlich, doch mit einer guten Nachbehandlung und konsequent durchgeführter Physiotherapie stehen die Chancen auf eine vollständige Wiederherstellung der Gelenkfunktion sehr gut.

Ein weiteres Thema ist die Angst vor einem erneuten Bänderriss. Die Broström Gould Technik ist darauf ausgelegt, das natürliche Bandgewebe zu erhalten und zu verstärken, sodass das Risiko für weitere Verletzungen deutlich sinkt. Dennoch bleibt eine gewisse Vorsicht im Alltag und beim Sport ratsam, insbesondere in den ersten Monaten nach der Operation.

Was kannst du selbst tun?

Die Heilung nach einer Broström Gould Prozedur wird maßgeblich durch die eigene Mitarbeit beeinflusst. Eine konsequente Schonung in der Anfangsphase, das Einhalten der ärztlichen Vorgaben und die regelmäßige Teilnahme an der Physiotherapie sind entscheidend für ein gutes Ergebnis. Wer frühzeitig mit gezielten Übungen beginnt und das Sprunggelenk langsam wieder an Belastung gewöhnt, kann die Beweglichkeit und Stabilität optimal fördern.

Auch nach Abschluss der Reha empfiehlt es sich, das Sprunggelenk weiterhin durch Koordinationstraining, Gleichgewichtsübungen und sanfte Kräftigung zu unterstützen. Spezielle Bandagen oder Tapes können in der Übergangszeit beim Sport zusätzliche Sicherheit geben.

Die Broström Gould Prozedur bietet eine bewährte Möglichkeit, ein instabiles Sprunggelenk dauerhaft zu stabilisieren und wieder ein aktives, sicheres Leben zu ermöglichen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

Mit dem Latein am Ende?

Du willst einfach nur wissen, was dein Befund bedeutet?
Wir erklären ihn dir. Kostenlos, anonym und ärztlich geprüft.

Simply Onno

Datenschutz

Impressum

AGB