Bronchoskopie: Ablauf, Gründe und Risiken

Bronchoskopie: Ablauf, Gründe und Risiken

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Eine Bronchoskopie ist eine medizinische Untersuchung, bei der mit einem dünnen, biegsamen Schlauch die Atemwege und die Lunge von innen betrachtet werden können.

Was passiert bei einer Bronchoskopie?

Bei dieser Untersuchung wird ein spezielles Gerät, das Bronchoskop genannt wird, durch Mund oder Nase vorsichtig in die Luftröhre und weiter in die Bronchien eingeführt. Das Ziel ist es, die Schleimhäute, Verzweigungen und Strukturen der Atemwege genau zu betrachten. Am vorderen Ende des Bronchoskops befindet sich eine kleine Kamera mit Lichtquelle. Die Bilder werden direkt auf einen Monitor übertragen, sodass Ärztinnen und Ärzte Veränderungen, Entzündungen, Fremdkörper oder Tumoren erkennen können.

Neben der reinen Betrachtung ist es auch möglich, während der Bronchoskopie kleine Proben von Gewebe oder Schleim zu entnehmen. Diese sogenannten Biopsien helfen, Erkrankungen wie Infektionen, Entzündungen oder Krebs genauer zu bestimmen. Auch kleinere Eingriffe, wie das Entfernen von Fremdkörpern oder das Absaugen von zähem Schleim, sind mit dem Bronchoskop möglich.

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Wann wird eine Bronchoskopie durchgeführt?

Eine Bronchoskopie kommt immer dann zum Einsatz, wenn andere Untersuchungen wie Röntgen oder Computertomografie keine eindeutigen Antworten liefern. Typische Gründe sind zum Beispiel anhaltender Husten, ungeklärte Atemnot, auffällige Röntgenbefunde oder Blut im Auswurf. Auch bei Verdacht auf Lungenentzündung, Tuberkulose oder Tumoren der Atemwege ist diese Untersuchung hilfreich.

Manchmal wird sie auch im Rahmen einer Therapie genutzt. So können zum Beispiel verengte Bronchien durch kleine Instrumente wieder geweitet oder blutende Stellen gezielt behandelt werden.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor einer Bronchoskopie erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch. Hier wird geklärt, ob Allergien, Vorerkrankungen oder aktuelle Infekte vorliegen. In den meisten Fällen findet die Untersuchung ambulant statt. Das bedeutet, es ist kein längerer Krankenhausaufenthalt nötig.

Direkt vor Beginn erhältst du ein Beruhigungsmittel und ein örtliches Betäubungsspray für Rachen und Kehlkopf. Dadurch werden Würgereiz und Unwohlsein stark vermindert. Während der Untersuchung liegst du entspannt auf einer Liege. Das Bronchoskop wird vorsichtig eingeführt und langsam durch die Atemwege geschoben. Die eigentliche Untersuchung dauert meist nur zehn bis zwanzig Minuten.

Nach dem Eingriff bleibst du noch für kurze Zeit zur Überwachung. Sobald das Betäubungsmittel nachlässt, darfst du wieder trinken und essen. Autofahren oder das Bedienen von Maschinen ist für den Rest des Tages nicht empfohlen, da die Wirkung des Beruhigungsmittels nachwirken kann.

Was spürt man während einer Bronchoskopie?

Viele Menschen haben im Vorfeld Sorgen, dass die Untersuchung schmerzhaft oder unangenehm ist. Tatsächlich ist durch die örtliche Betäubung und das Beruhigungsmittel meistens nur ein Druckgefühl im Hals zu spüren. Manche berichten von leichtem Hustenreiz oder einem kurzen Würgegefühl beim Einführen des Geräts. Schmerzen sind in der Regel nicht zu erwarten.

Die meisten empfinden die Untersuchung als ungewohnt, aber gut auszuhalten. Nach der Bronchoskopie kann der Hals noch etwas gereizt sein. Selten treten Heiserkeit oder ein leichtes Kratzen auf, das sich aber meist rasch wieder legt.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Wie bei jeder medizinischen Untersuchung gibt es auch bei der Bronchoskopie gewisse Risiken. Insgesamt gilt sie jedoch als sehr sicher. In seltenen Fällen kann es zu kleinen Blutungen kommen, besonders wenn Gewebeproben entnommen wurden. Auch leichte Infektionen oder vorübergehende Atembeschwerden sind möglich, klingen aber meist von allein ab.

Sehr selten treten stärkere Blutungen, eine allergische Reaktion auf das Beruhigungsmittel oder Verletzungen der Atemwege auf. Die Untersuchung wird immer unter Überwachung durchgeführt, sodass im Notfall sofort eingegriffen werden kann. Wer blutverdünnende Medikamente nimmt, sollte dies vorab mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen.

Was passiert nach der Untersuchung?

Unmittelbar nach der Bronchoskopie ist der Hals oft noch betäubt. Deshalb ist es wichtig, erst wieder zu trinken oder zu essen, wenn das Taubheitsgefühl vollständig verschwunden ist, um Verschlucken zu vermeiden. Ein leichtes Kratzen oder Husten ist in den ersten Stunden normal.

Sollten nach der Untersuchung stärkere Schmerzen, anhaltendes Fieber, blutiger Auswurf oder Atemnot auftreten, sollte umgehend eine ärztliche Kontrolle erfolgen. In den allermeisten Fällen verläuft die Bronchoskopie jedoch komplikationslos.

Praktische Hinweise und Tipps

Vor dem Termin solltest du nüchtern bleiben, das heißt mehrere Stunden nichts essen oder trinken, damit kein Mageninhalt in die Atemwege gelangen kann. Alle wichtigen Medikamente werden vorab besprochen – manche, wie blutverdünnende Mittel, müssen eventuell kurzzeitig abgesetzt werden.

Nach der Untersuchung empfiehlt es sich, den Rest des Tages ruhig anzugehen. Körperliche Anstrengung, heiße Getränke oder scharfe Speisen sollten zunächst vermieden werden. Eine Begleitperson ist sinnvoll, da die Wirkung des Beruhigungsmittels noch anhält.

Wann ist eine Bronchoskopie nicht geeignet?

Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuten Infekten oder schweren Blutgerinnungsstörungen sollte sorgfältig abgewogen werden, ob die Untersuchung durchgeführt werden kann. In solchen Fällen entscheidet die Ärztin oder der Arzt individuell.

Zusammengefasst

Die Bronchoskopie ist ein bewährtes Verfahren, um Erkrankungen der Atemwege und der Lunge gezielt abzuklären. Sie liefert wichtige Informationen, ist meist gut auszuhalten und birgt nur geringe Risiken. Wer sich gut vorbereitet und offene Fragen im Vorfeld klärt, kann der Untersuchung in der Regel gelassen entgegensehen.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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