Audiometrie – Was verrät der Hörtest?

Audiometrie – Was verrät der Hörtest?

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Audiometrie ist ein medizinisches Verfahren, mit dem das Hörvermögen gemessen und beurteilt wird. Dabei wird geprüft, wie gut verschiedene Töne und Geräusche wahrgenommen werden können und ob Einschränkungen beim Hören vorliegen.

Wie läuft eine Audiometrie ab?

Bei einer Audiometrie handelt es sich um einen standardisierten Hörtest, der meist in einer HNO Praxis oder beim Hörgeräteakustiker stattfindet. Ziel ist es, herauszufinden, wie gut die Ohren auf unterschiedliche Tonhöhen und Lautstärken reagieren. Dafür bekommst du spezielle Kopfhörer aufgesetzt und hörst verschiedene Töne oder Wörter, die du anschließend wiedergeben oder auf andere Weise bestätigen sollst. Das Ergebnis wird als sogenanntes Audiogramm dargestellt – eine Art Kurve oder Tabelle, die zeigt, welche Töne noch gehört werden und wo das Hören eingeschränkt ist.

Es gibt verschiedene Formen der Audiometrie. Am häufigsten wird die sogenannte Tonaudiometrie durchgeführt. Hier werden einzelne Töne mit wechselnder Lautstärke abgespielt, um die Hörschwelle für jede Frequenz zu bestimmen. Bei der Sprachaudiometrie hörst du dagegen Wörter oder Zahlen, die du nachsprechen oder erkennen sollst. Diese Methode prüft, wie gut Sprache verstanden wird, auch wenn Nebengeräusche vorhanden sind.

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Wann wird ein Hörtest gemacht?

Eine Audiometrie ist immer dann sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine Hörstörung besteht. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Gespräche schwerer zu verstehen sind, das Gefühl besteht, dass andere Menschen undeutlich sprechen, oder wenn Geräusche wie Klingeln, Piepen oder Rauschen im Ohr auftreten. Auch nach Infekten, bei Schwindel oder nach Lärmbelastung kann ein Hörtest helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Manchmal wird die Untersuchung auch im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder bei Kindern durchgeführt, um die Hörentwicklung zu überprüfen. Besonders bei Berufen mit hoher Lärmbelastung, etwa in der Industrie, ist die regelmäßige Kontrolle des Gehörs vorgeschrieben.

Was sagt das Ergebnis aus?

Das Audiogramm zeigt, bei welchen Tonhöhen das Gehör normal funktioniert und wo Schwächen auftreten. Dabei gibt es typische Muster: Wenn zum Beispiel vor allem hohe Töne schlechter wahrgenommen werden, spricht das häufig für eine sogenannte Schallempfindungsschwerhörigkeit, wie sie im Alter oder nach Lärm vorkommt. Sind dagegen alle Töne gleichmäßig betroffen, kann auch eine Schallleitungsschwerhörigkeit vorliegen, etwa wenn das Trommelfell oder die Gehörknöchelchen im Mittelohr nicht richtig arbeiten.

Die Auswertung übernimmt eine Fachperson, meist ein HNO Arzt oder eine Hörakustikerin. Sie erklärt, ob das Gehör altersgerecht ist, ob eine leichte oder stärkere Hörminderung besteht und ob weitere Untersuchungen nötig sind.

Muss man sich Sorgen machen, wenn das Ergebnis auffällig ist?

Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie beim Hörtest schlechter abschneiden als erwartet. Doch nicht jede Abweichung bedeutet gleich eine schwere Erkrankung. Oft lassen sich leichte Einschränkungen gut ausgleichen oder behandeln. Häufige Ursachen für eine Hörminderung sind altersbedingter Verschleiß, Lärmschäden, Ohrenschmalzpfropfen oder Infektionen. In seltenen Fällen steckt eine andere Erkrankung dahinter, die dann gezielt abgeklärt wird.

Wichtig ist, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und abklären zu lassen. Je früher eine Schwerhörigkeit festgestellt wird, desto besser kann sie versorgt werden – zum Beispiel mit einem passenden Hörgerät oder einer Therapie, falls eine behandelbare Ursache vorliegt.

Was kann man selbst tun?

Wer bemerkt, dass das Gehör nachlässt, sollte nicht zögern, einen Hörtest durchführen zu lassen. Auch bei Kindern lohnt sich die Kontrolle, besonders wenn sie häufig nachfragen oder Schwierigkeiten beim Verstehen zeigen. Im Alltag hilft es, laute Musik und Lärm zu meiden, Ohrstöpsel bei lauten Veranstaltungen zu verwenden und auf eine gute Ohrhygiene zu achten – Wattestäbchen gehören dabei nicht ins Ohr, weil sie den Gehörgang verletzen oder verstopfen können.

Wer viel mit Lärm zu tun hat, sollte regelmäßig einen Hörtest machen lassen. Moderne Hörgeräte sind heute sehr unauffällig und können die Lebensqualität deutlich verbessern, wenn tatsächlich eine Hörminderung festgestellt wird.

Was bedeutet Audiometrie im Arztbrief?

Steht in einem Befund oder Arztbrief das Wort Audiometrie, bedeutet das, dass eine Untersuchung des Hörvermögens durchgeführt wurde. Meist folgt eine kurze Beschreibung der Ergebnisse, zum Beispiel „normales Audiogramm“ oder „hochgradige Schallempfindungsschwerhörigkeit rechts“. Das hilft anderen Ärztinnen und Ärzten, sich ein Bild vom Hörstatus zu machen und die weitere Behandlung zu planen.

Audiometrie ist also ein wichtiges Werkzeug, um das Gehör objektiv zu bewerten, Veränderungen früh zu erkennen und die passenden Maßnahmen einzuleiten.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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