Der Aryknorpel ist ein kleiner, paarig angelegter Knorpel im Kehlkopf, der eine wichtige Rolle beim Sprechen und Atmen spielt. In der Fachsprache wird er auch als „Cartilago arytaenoidea“ bezeichnet.
Aufbau und Lage im Kehlkopf
Im menschlichen Kehlkopf gibt es mehrere verschiedene Knorpelstrukturen. Zu den wichtigsten zählen der Schildknorpel, der Ringknorpel und eben der Aryknorpel. Jeder Mensch besitzt zwei Aryknorpel, die sich links und rechts oben am hinteren Rand des Ringknorpels befinden. Sie sind pyramidenförmig und relativ klein, aber dennoch von großer Bedeutung für die Funktion des Kehlkopfs.
Die Aryknorpel sind über kleine Gelenke mit dem Ringknorpel verbunden. Dadurch können sie sich bewegen und drehen. An ihnen setzen wichtige Muskeln und Bänder an, die für die Bewegung der Stimmlippen zuständig sind.
Funktion der Aryknorpel
Die Hauptaufgabe der Aryknorpel besteht darin, die Stimmlippen (umgangssprachlich auch Stimmbänder genannt) zu spannen, zu entspannen oder zu öffnen und zu schließen. Das ist entscheidend für die Stimmbildung und die Regulierung der Luftzufuhr in die Luftröhre.
Beim Atmen sorgen die Aryknorpel dafür, dass die Stimmritze weit geöffnet bleibt, damit genügend Luft in die Lunge gelangt. Beim Sprechen oder Singen verändern sie durch gezielte Bewegungen die Spannung und Stellung der Stimmlippen, was zu unterschiedlichen Tönen und Lautstärken führt. Auch beim Schlucken spielen sie eine Rolle, indem sie helfen, die Atemwege zu verschließen und so verhindern, dass Speisen oder Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen.
Wann taucht der Begriff Aryknorpel im Arztbrief oder Befund auf?
Der Begriff Aryknorpel erscheint meistens in Befunden, wenn der Kehlkopf untersucht wurde, zum Beispiel durch eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) oder eine Bildgebung wie CT oder MRT. Ärztinnen und Ärzte beschreiben dann häufig, ob beide Aryknorpel normal aussehen und sich normal bewegen. Das ist vor allem bei Beschwerden wie Heiserkeit, Stimmveränderungen, Schluckstörungen oder Atemproblemen wichtig.
Manchmal wird auch von Veränderungen am Aryknorpel berichtet. Das kann zum Beispiel eine Schwellung, eine Entzündung, eine Fehlstellung oder in seltenen Fällen ein Tumor sein. In den allermeisten Fällen ist aber einfach nur die normale Anatomie gemeint.
Muss man sich Sorgen machen, wenn der Aryknorpel erwähnt wird?
Allein die Erwähnung des Aryknorpels im Befund ist kein Grund zur Sorge. Meistens wird damit einfach beschrieben, dass dieser Bereich bei der Untersuchung mit beurteilt wurde. Nur wenn ein auffälliger Befund, wie eine Bewegungseinschränkung oder eine Veränderung der Form oder Größe festgestellt wurde, kann das auf eine Erkrankung hindeuten. Dann wird die behandelnde Ärztin oder der Arzt in der Regel genauer erklären, was das bedeutet und ob weitere Untersuchungen oder Maßnahmen notwendig sind.
Zusammenfassung
Der Aryknorpel ist ein kleiner, aber wichtiger Bestandteil des Kehlkopfs. Er ermöglicht zusammen mit anderen Strukturen das Sprechen, Atmen und Schlucken. In medizinischen Berichten taucht der Begriff meist im Zusammenhang mit einer Kehlkopfuntersuchung auf. Nur bei auffälligen Befunden ist eine weitere Abklärung nötig. In den allermeisten Fällen handelt es sich jedoch um eine rein anatomische Beschreibung ohne Krankheitswert.