Die arterielle Phase beschreibt in der medizinischen Bildgebung einen bestimmten Zeitraum, in dem Kontrastmittel nach einer Injektion vor allem in den Arterien sichtbar ist und dort für besonders gute Bilder sorgt.
Was passiert in der arteriellen Phase?
Nach der Gabe eines Kontrastmittels, etwa bei einer Computertomografie oder Magnetresonanztomografie, verteilt sich dieses zunächst im Blutkreislauf. Die erste Station, die das Kontrastmittel nach dem Herzen erreicht, sind die Arterien. In dieser kurzen Spanne, meist wenige Sekunden bis etwa eine halbe Minute nach der Injektion, ist der Kontrast in den Arterien am höchsten, während Venen oder Organe das Mittel noch kaum aufgenommen haben. Das ist die sogenannte arterielle Phase.
Gerade bei Untersuchungen von Leber, Bauchspeicheldrüse oder den großen Bauchgefäßen wird diese Phase gezielt genutzt. So lassen sich Gefäße, Tumoren oder Blutungsquellen besonders gut darstellen, da sie sich in dieser Zeit deutlich vom umliegenden Gewebe abheben.
Warum ist die arterielle Phase wichtig?
Die gezielte Aufnahme während der arteriellen Phase erlaubt es, bestimmte Strukturen klarer zu erkennen. Besonders bei Verdacht auf Gefäßerkrankungen, Tumoren oder Durchblutungsstörungen ist diese Phase entscheidend. So kann zum Beispiel ein Tumor, der stärker durchblutet ist als das übrige Gewebe, in der arteriellen Phase besonders auffällig werden. Auch Gefäßverengungen, Aussackungen oder Blutungen lassen sich so präzise beurteilen.
In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Untersuchung in mehreren Phasen zu wiederholen. Neben der arteriellen Phase gibt es oft noch die sogenannte venöse Phase und manchmal eine späte Phase. Jede dieser Zeitpunkte liefert andere Informationen über die Durchblutung und die Beschaffenheit von Organen und Gefäßen. Mehr zu diesen Abläufen findest du im Artikel über Triphasisch.
Wie läuft eine Untersuchung mit arterieller Phase ab?
Vor der Untersuchung wird meist ein venöser Zugang gelegt, damit das Kontrastmittel schnell und gezielt gespritzt werden kann. Die Bildgebung beginnt exakt dann, wenn das Mittel die Arterien erreicht hat. Das Zeitfenster ist dabei sehr kurz, weshalb die Geräte oft automatisch auslösen, sobald der optimale Kontrast erreicht ist.
Die Untersuchung selbst ist für dich nicht anders als eine normale CT oder MRT. Das Kontrastmittel kann manchmal ein Wärmegefühl auslösen, verschwindet aber rasch wieder. Die Bildaufnahmen werden anschließend genau ausgewertet, um Veränderungen an den Gefäßen oder im Gewebe zu erkennen.
Was bedeutet ein Befund in der arteriellen Phase?
Wenn im Arztbrief oder Befund von der arteriellen Phase die Rede ist, bezieht sich das lediglich auf den Zeitpunkt der Bildaufnahme. Aussagen wie „in der arteriellen Phase hypervaskulär“ oder „in der arteriellen Phase darstellbar“ beschreiben, wie sich Strukturen während dieser Phase verhalten. So kann zum Beispiel ein Tumor in der Leber in der arteriellen Phase besonders hell erscheinen, weil er viel Blut aus den Arterien bekommt.
Ob eine Veränderung harmlos oder behandlungsbedürftig ist, hängt vom gesamten Befund ab. Die Beschreibung der arteriellen Phase hilft Ärztinnen und Ärzten, die Durchblutung und das Verhalten von Gewebe besser einzuschätzen. Für dich als Patient ist wichtig zu wissen: Die Erwähnung dieser Phase ist ein technischer Hinweis und keine Diagnose für sich.
Gibt es Risiken oder Besonderheiten?
Die arterielle Phase selbst ist kein Risiko. Sie beschreibt lediglich einen kurzen Moment während der Bildgebung. Einzig das verwendete Kontrastmittel kann in seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen, etwa allergische Reaktionen oder bei eingeschränkter Nierenfunktion Probleme bereiten. Vor der Untersuchung wird deshalb immer geprüft, ob das Mittel für dich geeignet ist.
Was solltest du beachten?
Die Erwähnung der arteriellen Phase im Befund ist ein normaler Bestandteil vieler moderner Bildgebungen. Sie hilft, Veränderungen früh und genau zu erkennen. Bei Fragen zum genauen Befund oder zur Bedeutung für deine Situation lohnt sich ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt. Sie können erklären, ob und welche Bedeutung die Beobachtungen in der arteriellen Phase für dich haben.
Die arterielle Phase ist also ein technischer Begriff aus der Radiologie, der dabei hilft, Krankheiten genauer zu erkennen und zu unterscheiden. Sie ist ein wichtiger Baustein für eine sichere Diagnose, aber für dich als Patient meist nur ein Hinweis auf den Ablauf der Untersuchung und kein Grund zur Sorge.