Amphotericin B bei schweren Pilzinfektionen

Amphotericin B bei schweren Pilzinfektionen

12.01.2026

PD Dr. med. Witold Polanski

Amphotericin B ist ein stark wirksames Medikament, das zur Behandlung schwerer Pilzinfektionen eingesetzt wird, wenn herkömmliche Mittel nicht ausreichen.

Was steckt hinter Amphotericin B?

Bei Amphotericin B handelt es sich um einen sogenannten Wirkstoff aus der Gruppe der Antimykotika. Das bedeutet, es bekämpft Pilze, die im Körper schwere Infektionen auslösen können. Solche Infektionen treten meist dann auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa bei bestimmten Krebserkrankungen, nach Organtransplantationen oder bei HIV. Der Wirkstoff wird in der Regel als Infusion direkt in die Vene verabreicht, weil er so am besten im Körper verteilt wird und gezielt an den Ort der Infektion gelangt.

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Wann kommt Amphotericin B zum Einsatz?

Amphotericin B wird vor allem dann eingesetzt, wenn es sich um lebensbedrohliche Pilzinfektionen handelt, die mit anderen Medikamenten nicht ausreichend behandelt werden können. Dazu zählen zum Beispiel Infektionen durch Hefepilze wie Candida oder Schimmelpilze wie Aspergillus. Auch seltene Pilzerkrankungen, die inneren Organe oder das Gehirn befallen, werden häufig mit diesem Medikament behandelt. Für viele dieser Infektionen gibt es nur wenige Alternativen, daher bleibt Amphotericin B in bestimmten Situationen unverzichtbar.

Wie wirkt Amphotericin B im Körper?

Der Wirkstoff heftet sich an die Zellwände der Pilze und sorgt dafür, dass diese undicht werden. Dadurch können die Pilze keine lebenswichtigen Stoffe mehr speichern und sterben ab. Für menschliche Zellen ist Amphotericin B deutlich weniger schädlich, dennoch können Nebenwirkungen auftreten, da das Mittel sehr stark wirkt.

Was sind typische Nebenwirkungen?

Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie von Amphotericin B hören, weil das Medikament für seine Nebenwirkungen bekannt ist. Am häufigsten treten Fieber, Schüttelfrost und Unwohlsein während oder kurz nach der Infusion auf. Auch Nierenfunktion und Blutwerte können vorübergehend beeinträchtigt sein. Deshalb wird die Behandlung meist im Krankenhaus oder unter enger ärztlicher Kontrolle durchgeführt. Die Dosis wird individuell angepasst und regelmäßig überprüft, um das Risiko für Komplikationen möglichst gering zu halten. Moderne Formen wie liposomales Amphotericin B sind oft besser verträglich, weil sie gezielter an den Pilz gelangen und so weniger Nebenwirkungen verursachen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Amphotericin B wird üblicherweise als Infusion über mehrere Stunden verabreicht, oft täglich über einen Zeitraum von ein bis mehreren Wochen. Die genaue Dauer hängt davon ab, wie schwer die Infektion ist und wie gut das Mittel vertragen wird. Während der Therapie werden Nierenfunktion, Elektrolyte und andere wichtige Blutwerte regelmäßig kontrolliert. Bei Problemen kann die Dosis angepasst oder auf eine besser verträgliche Variante gewechselt werden.

Was kann man selbst tun?

Während der Behandlung ist es besonders wichtig, auf ausreichend Flüssigkeit zu achten und die ärztlichen Anweisungen genau zu befolgen. Ungewöhnliche Symptome wie starke Übelkeit, anhaltendes Fieber oder Veränderungen beim Wasserlassen sollten sofort gemeldet werden. Wer bereits Vorerkrankungen an den Nieren hat, sollte das dem Behandlungsteam mitteilen, damit die Therapie entsprechend abgestimmt werden kann.

Warum wird Amphotericin B nicht immer eingesetzt?

Das Medikament ist sehr wirksam, aber wegen der möglichen Nebenwirkungen bleibt es schweren Fällen vorbehalten. Für leichtere Pilzinfektionen stehen andere, besser verträgliche Mittel zur Verfügung. Erst wenn diese nicht ausreichen oder der Pilz besonders widerstandsfähig ist, kommt Amphotericin B zum Einsatz. In lebensbedrohlichen Situationen überwiegt der Nutzen meist die Risiken.

Was passiert nach der Therapie?

Nach Abschluss der Behandlung werden die Blutwerte und die Nierenfunktion weiterhin kontrolliert, um sicherzustellen, dass keine bleibenden Schäden entstanden sind. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden schon nach wenigen Tagen, manchmal dauert es etwas länger, bis die Infektion vollständig abgeklungen ist. Die Nachsorge ist wichtig, um einen Rückfall oder eine erneute Infektion rechtzeitig zu erkennen.

Zusammengefasst

Amphotericin B ist ein lebensrettendes Medikament bei schweren Pilzinfektionen, das unter enger medizinischer Kontrolle angewendet wird. Die Behandlung kann mit Nebenwirkungen verbunden sein, doch in vielen Fällen ist sie die einzige Möglichkeit, eine gefährliche Infektion zu bekämpfen. Wer das Medikament erhält, sollte eng mit dem Behandlungsteam zusammenarbeiten und auf den eigenen Körper achten, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen und Risiken zu minimieren.

BITTE BEACHTEN

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann nicht das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ersetzen. Für eine individuelle Diagnose, Therapieempfehlung und Behandlung konsultieren Sie bitte immer medizinisches Fachpersonal.

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