Was bedeutet 112.90?
Die Ziffer 112.90 ist ein sogenannter OPS Code, der im deutschen Gesundheitssystem zur genauen Beschreibung von medizinischen Prozeduren verwendet wird. OPS steht für Operationen und Prozedurenschlüssel. Mit diesem System werden Eingriffe, Operationen und spezielle medizinische Maßnahmen standardisiert dokumentiert, damit sie im Krankenhaus, bei Abrechnungen und in Arztbriefen eindeutig zugeordnet werden können. Die Ziffer 112.90 bezeichnet dabei eine spezielle Form der Herzkatheteruntersuchung, bei der über einen Zugang am Arm oder Bein das Herz und die Herzkranzgefäße untersucht werden, ohne dass eine weitere Spezifizierung erfolgt ist.
Wofür wird der Code 112.90 genutzt?
Der OPS Code 112.90 steht für eine „nicht näher bezeichnete diagnostische Koronarangiographie“. Das bedeutet, es wurde ein Herzkatheter durchgeführt, um die Herzkranzgefäße sichtbar zu machen und auf Engstellen oder Verschlüsse zu prüfen. Die Zusatzangabe „nicht näher bezeichnet“ zeigt an, dass keine weiteren Details zur Untersuchung wie zum Beispiel die genaue Technik, die verwendeten Katheter oder besondere zusätzliche Maßnahmen angegeben wurden.
Diese Untersuchung kommt häufig zum Einsatz, wenn Beschwerden wie Brustschmerzen oder ein Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzens bestehen. Sie ist ein zentrales Verfahren in der Kardiologie, um Erkrankungen der Herzkranzgefäße, wie zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit, zu erkennen oder auszuschließen.
Was passiert bei einer Koronarangiographie?
Bei einer Koronarangiographie wird ein dünner Kunststoffschlauch, der sogenannte Katheter, über eine Arterie in der Leiste oder am Handgelenk bis zum Herzen vorgeschoben. Dort wird ein Kontrastmittel gespritzt, das die Herzkranzgefäße im Röntgenbild sichtbar macht. So können Ärztinnen und Ärzte genau beurteilen, ob es Engstellen oder Verschlüsse gibt, die den Blutfluss zum Herzmuskel behindern.
Die Untersuchung dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten. In den meisten Fällen wird sie unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Du bleibst dabei wach, spürst aber vom eigentlichen Vorschieben des Katheters in der Regel nichts. Nach der Untersuchung wird der Zugang wieder entfernt und die Punktionsstelle sorgfältig versorgt.
Was bedeutet der Befund für dich?
Wenn in einem Arztbrief oder Entlassungsbericht der Code 112.90 auftaucht, heißt das, dass bei dir eine diagnostische Herzkatheteruntersuchung gemacht wurde, um die Herzkranzgefäße zu beurteilen. Der Code selbst enthält keine Angabe darüber, ob eine Erkrankung gefunden wurde oder nicht. Er sagt nur aus, dass die Untersuchung stattgefunden hat. Ob tatsächlich eine Engstelle oder ein Verschluss festgestellt wurde, steht in der Regel im Fließtext des Befundes oder wird durch weitere Codes ergänzt.
Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie von einer Herzkatheteruntersuchung hören. Die Vorstellung, dass ein Katheter bis zum Herzen vorgeschoben wird, kann beängstigend wirken. Tatsächlich ist diese Untersuchung aber ein Routineverfahren, das in Deutschland jedes Jahr bei mehreren Hunderttausend Menschen durchgeführt wird. Das Risiko für Komplikationen ist – besonders bei rein diagnostischen Eingriffen – sehr gering.
Welche Gründe gibt es für eine Herzkatheteruntersuchung?
Häufigster Anlass für eine Koronarangiographie sind unklare Brustschmerzen, ein Verdacht auf einen Herzinfarkt oder auffällige Befunde im EKG oder bei Belastungstests. Auch bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder zur Abklärung von Herzklappenerkrankungen kann die Untersuchung sinnvoll sein. Ziel ist immer, möglichst genau zu erkennen, ob und wo die Durchblutung des Herzmuskels gestört ist, damit die Ärztinnen und Ärzte die bestmögliche Behandlung auswählen können.
Was passiert nach der Untersuchung?
Nach einer diagnostischen Koronarangiographie darfst du dich in der Regel schon nach wenigen Stunden wieder bewegen. Die Einstichstelle wird überwacht, um Nachblutungen zu vermeiden. In den meisten Fällen kannst du das Krankenhaus noch am selben oder nächsten Tag wieder verlassen. Sollte bei der Untersuchung eine relevante Engstelle gefunden werden, kann in vielen Fällen direkt im Anschluss eine Behandlung erfolgen, zum Beispiel das Einsetzen eines Stents. Das wäre dann aber durch einen anderen, zusätzlichen Code im Arztbrief dokumentiert.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch bei der Koronarangiographie gewisse Risiken, zum Beispiel Blutergüsse oder selten auch Nachblutungen an der Einstichstelle. Sehr selten können allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel, Herzrhythmusstörungen oder andere Komplikationen auftreten. Insgesamt gilt die Untersuchung aber als sehr sicher, besonders wenn sie nur zur Diagnose und nicht zur Behandlung durchgeführt wird.
Was solltest du nach einem Herzkatheter beachten?
Nach der Untersuchung ist es wichtig, die Punktionsstelle für einige Stunden ruhig zu halten und auf Anzeichen wie Schmerzen, Schwellungen oder Blutungen zu achten. In den ersten Tagen solltest du auf schwere körperliche Belastungen verzichten, besonders wenn der Zugang über die Leiste gewählt wurde. Bei Unsicherheiten oder Beschwerden ist es ratsam, sich an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt zu wenden.
Gibt es mehrere Bedeutungen für 112.90?
Im medizinischen Alltag steht die Ziffer 112.90 eindeutig für die diagnostische Koronarangiographie ohne weitere Spezifizierung. In anderen Bereichen oder in anderen Ländern kann die Zahlenkombination eine andere Bedeutung haben, jedoch bezieht sie sich im deutschen Gesundheitssystem klar auf dieses Untersuchungsverfahren. Trotzdem gilt: Die genaue Bedeutung medizinischer Codes ergibt sich immer aus dem Zusammenhang des Arztbriefs oder Befundes. Bei Unsicherheiten lohnt sich ein Nachfragen bei der behandelnden Fachperson.
Die Ziffer 112.90 ist also ein technischer Code für eine wichtige, aber routinemäßige Untersuchung des Herzens. Sie gibt keine Auskunft über die Diagnose selbst, sondern dokumentiert, dass eine bestimmte medizinische Maßnahme durchgeführt wurde.